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Die vierte Ohnmachtswelle - In Zeiten von Corona

Es ist mittlerweile 21 Uhr, das Kind schläft seit 10 min. Ich weiß ich werde heute wieder bis 24 Uhr arbeiten, am Computer, denn was anderes geht ja nicht. Nebenbei Esse ich Müsli und trinke Tee. 

Es ist die dritte Woche in Zeiten von Corona und ich weiß immer noch nicht wohin mit mir. Bin unausgeglichen, weil ich so gerne arbeiten möchte, aber keinerlei Zeit finde irgendwas produktiv zu schaffen. Da ist das Kind, da ist diese Rolle als Mutter, ich bin überfordert und könnte den ganzen Tag heulen, mich verkriechen und schlafen. Aber das geht nicht, ich bekomme keine Ruhe in diese furchtbare Zeit. Ich bin ständig in meinem Kopf, bin ständig für mein Kind präsent. 

Jegliche Mittel die ich habe um zur Ruhe zu kommen funktionieren nicht, denn ich kann hier nicht raus, bin gefangen, kann meine kleine Freiheiten nicht nehmen, nicht genießen, mich nicht wohlfühlen.

Mir geht mein ständiges gejammer schon selber auf die Nerven. Aber ich bekomme nicht die die Kurve.

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Heute hatte ich meine erste Online Behandlung und, ALTER, was soll ich sagen ich vermisse es zu arbeiten, meine Hände einzusetzen, das ist für mich ausgleich, da entsteht für mich Harmonie, so kann ich zu Hause als Mutter gut funktionieren, weil ich was so tolles kann. Mit meinen Fähigkeiten Menschen heilen, zufrieden zustellen, zu begleiten. 

Was passiert gerade, wenn ich die ganze Zeit zu hause sein muss, ich bin nicht in meiner Balance. Zum Glück habe ich die Öle die fangen das gröbste auf (Neroli, Forgive und Rose) aber nichts gar nichts ersetzt meine Arbeit. Keine Meditation, nichts. Außer wenn ich anderen was anbieten darf, das hilft mir und repariert mich ein Stück.

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Ich bin jetzt 35 und ich habe schätzungsweise 30 Jahre gebraucht herauszufinden wer ich bin und was ich kann, jetzt habe ich es gefunden, muss nicht mehr suchen, bin zufrieden, glücklich und habe MICH SELBST GEFUNDEN! Und nun hört das einfach wieder auf. Mein Flow ist gebrochen, ein fetter LKW parkt dauerhaft auf meinem positiven ich. Das tut verdammt weh.

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Ich gehe aus dieser ganzen Sache mit WUNDEN, Narben, ich bin schwer verletzt und kann mich nicht versorgen. Da ich keine Zeit finde, weil meine Prioritäten über Board geworfen werden. Ich muss nach irgendwelchen Anträgen suchen, warten und hoffen das ich Geld bekomme, überhaupt meine Praxis halten kann, kann nix planen, da keiner was buchen wird. Da ist sooooo viel Unsicherheit und so viel nicht können.

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Ich merke das sich draußen aufhalten mich sehr anstrengt, besuche bei Rossmann und Bäckereien empfinde ich als stressig, ich bin super sensibel, würde mich am liebsten auf den Küchengarten Platz stellen und laut schreien. Ich nehme so viele Eindrücke war, von anderen, gestresste, verunsicherte, verängstigte Seelen. Ich möchte jedem Helfen, aber kann es noch nicht mal selber.

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Diese Zeit ist eins: zum Kotzen. Wenn sie vorbei ist, dann werde ich ein Fest geben, denn erst dann beginnt wieder Leben. Ich bin schon dankbar, für alles was wir haben, die Privilegien usw ich bin DANKBAR, ECHT, ich brauche diese LEHRE nicht. NEIN!

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Übrigens:

Ich fand schon von Anfang an (seit 4 Jahren, fast 5) das ich keine geborene, herausragende Mutter bin, das es mich fordert und auch überfordert, ich trotzdem mein bestes gebe. Es ist das was ich am allermeisten Transformieren muss, klar zu kommen als Mutter, meinem Sohn gerecht zu werden, geduldig zu sein (das hat viele mit meiner eigenen Kindheit zu tun, mein Sohn ist nicht das Problem, ich bin es)! Aber jetzt Zweifel ich noch mehr daran, gehe fast kaputt, nicht nur mit mir selber klar zu kommen, sondern auch noch dieses Zauber Wesen durch diese Zeit zu führen! 

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